< Schutzgemeinschaft lässt die Einführung des Liquiditätsmanagement-Systems gerichtlich verbieten
01.04.2012 20:24 Alter: 9 Jahr/e

Wölbern-Fonds Österreich 03: Die Schutzgemeinschaft informiert Haftungsgrundlagen

Der dritte Wölbern-Österreich-Fonds weist bei der Konzeption des Verkaufsangebots mehrere Mängel auf. Zudem muss über die Vertriebszuwendungen aufgeklärt werden. Im Einzelnen.


Hamburg, 31.03.2012. Der dritte Österreich-Fonds aus dem Hamburger Wölbern-Haus, die Dritte IFÖ Immobilienfonds für Österreich Gmbh & Co. KG, sieht einer schwierigen Zukunft entgegen. Die Mieter haben die Verträge nicht verlängert und werden nach Lage der Dinge im nächsten Jahr ausziehen. Wenn nicht schnell ein Nachmieter zu ähnlichen Konditionen gefunden werden wird, könnte der Fonds in Probleme geraten.

Die Schutzgemeinschaft hat vor diesem Hintergrund für einen Gesellschafter den Österreich 03-Fonds die Haftung Dritter geprüft. Bei der Durchsicht der Unterlagen haben GRÖPPER KÖPKE Rechtsanwälte, die die Schutzgemeinschaft Wölbern-Fonds vertritt, mehrere Schwachstellen bei der Darstellung der Risiken im Verkaufsprospekt identifiziert:

Es fehlen Angaben zum so genannten Revitalisierungsrisiko und die denkbaren Revitatlisierungskosten sind bei den Prognoserechnungen nicht hinreichend berücksichtigt worden. Wenn eine Gewerbeimmobilie nach der Beendigung des Mietvertrags einen neuen Mieter sucht, muss die Inhaberin die Immobilie in aller Regel auf eigene Kosten dem veränderten Nutzungsanspruchs der Neumieterin anpassen und umbauen. Das kann viel Geld kosten und könnte der Geschäftsführung die Bilanzen verhageln. Anleger laufen Gefahr, über Jahre hinweg auf die in Aussicht gestellten Ausschüttungen verzichten zu müssen. Das ist nach der Meinung des Schutzgemeinschaftsrechtsanwalts Matthias Gröpper von den auf das Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierten Hamburger GRÖPPER KÖPKE Rechtsanwälte ein Prospektfehler, für den die Prospektverantwortlichen haften.

Zudem ist Rechtsanwalt Gröpper der Meinung, dass die Vertriebskosten nicht richtig ausgewiesen worden sind: Die Anleger wurden in dem Prospekt im Zusammenhang mit der Darstellung der Mittelverwendung nur über eine Fußnote darüber informiert, dass sich die tatsächlichen Kosten für den Vertrieb der Beteiligung nicht bei € 1,5 Mio., sondern auf € 3 Mio. belaufen. Das Agio in Höhe von € 1,5 Mio. wurde in Fließtext nämlich nicht berücksichtigt.

Darüber hinaus scheint nicht einmal ein Drittel der Anlegergelder für Investitionen in das Objekt verwendet worden zu sein. Das lässt, so Rechtsanwalt Gröpper weiter, ganz grundsätzlich Zweifel an der wirtschaftlichen Plausibilität des Fondskonzepts laut werden.

Im Übrigen sind die Vermittler des Fonds großzügig bezahlt worden. Nach unseren Berechnungen sind mindestens 9,5 % der Anlegergelder in die Taschen der Vermittler gewandert. Die Schutzgemeinschaft geht zudem davon aus, dass ein Teil der Vertriebsvergütungen Rückvergütungen sind. Rechtsanwalt Gröpper: "Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs müssen Banken bei der Vermittlung von Kapitalanlagen auf die Annahme vn Rückvergütungen zwingend hinweisen. Wenn Sie das nicht getan haben, hafaten sie unabhängig von anderen, möglicherweise auch in Betracht kommenden Pflichtverletzungen."